Was genau ist ein Mikroabenteuer mit Kindern?
In diesem Beitrag habe ich dir erklärt, was ein Mikroabenteuer eigentlich ist: eine kleine Auszeit vom Alltag. Doch wie macht man aus einem Tag auf dem Spielplatz, im Park oder im Wald ein Mikroabenteuer mit Kindern? Das Ziel ist es, dass deine Kinder die Natur hautnah erleben.
Die Möglichkeiten, die du hierbei hast, hängen natürlich auch vom Alter deiner Kinder ab. Daher gebe ich dir bei jedem Mikroabenteuer einen Vorschlag mit, für welche Phase es geeignet ist. Da du dein Kind am besten kennst, liegt die Entscheidung der Machbarkeit letztendlich bei dir.
Welche Vorbereitung ist für ein Mikroabenteuer mit Kindern nötig?
Da es bei Mikroabenteuern nicht um lange Reisen geht, kannst du die Vorbereitungen in Grenzen halten. Natürlich musst du dich am Wetter und dem geplanten Abenteuer orientieren, aber es sind keine langen Packlisten und Tagespläne nötig. Abenteuer sind von Natur aus von Spontanität geprägt, also mach es nicht zu kompliziert. Nimm wetterfeste Kleidung, etwas Proviant und eventuell Sonnen- sowie Insektenschutz mit. Dann kann das Mikroabenteuer auch schon losgehen.
Barfußpfad oder „Das kitzelt!“
Wenn es in deiner Gegend ausgewiesene Barfußwege gibt, animiere deine Kinder dazu, jedem Untergrund separat ein Wort oder Gefühl zuzuordnen. Mach ihnen vor, wie man mit den Füßen die unterschiedlichen Materialien erleben kann und beschreibe selbst, welche Dinge dir dabei durch den Kopf gehen.
Erinnert dich der Sand an einen Tag am Strand? Assoziierst du mit dem Rindenmulch die Hecke im Garten deiner Eltern, in der sich der Igel versteckt hält? Fühlt es sich wie in einem Räuberversteck in einer Höhle an, wenn du über die Kieselsteine läufst? Du wirst überrascht sein, wohin euch eure Fantasie trägt.
Wenn es keinen offiziellen Barfußpfad gibt, kannst du gemeinsam mit deinen Kindern selbst einen bauen. Am besten geht das in eurem eigenen Garten, aber auch im öffentlichen Park oder im Wald ist es möglich. Im Wald findet ihr auch direkt alle möglichen Materialien, die ihr dafür einsetzen könnt. Seid nur vorsichtig, dass ihr bei eurem Abenteuer keine Tiere stört – auch nicht die kleinsten.
Pack dir für dieses Mikroabenteuer ein Handtuch ein, um den gröbsten Schmutz von euren Füßen zu entfernen.

Für welche Altersgruppe eignet sich das Mikroabenteuer?
Besonders jüngere Kinder (bis 5 Jahre) werden an diesem Mikroabenteuer ihren Spaß haben. Schulkinder (bis 12 Jahre) kannst du hierbei mit dem Sammeln der Materialien und dem Bau eines eigenen Barfußpfades überzeugen.
Geocaching oder Moderne Schnitzeljagd

Beim Geocaching gehst du auf eine moderne Schnitzeljagd. Du nutzt dafür eine App und die Community der Geocacher, um einen sogenannten Cache zu finden, den jemand aus der Community in deiner Nähe versteckt hat. Es gibt wirklich überall Geocaches – wirklich überall.
In den Apps zeigt dir eine Karte an, wo in etwa der Cache versteckt ist und ein beschreibender Hinweistext oder ein Rätsel führt dich zum Ziel. Es gibt unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, sodass man auch mit Kindern auf die (Schnitzel-)Jagd gehen kann.
Kleiner Tipp: Wenn du dein Handy bei einem Mikroabenteuer lieber ausgeschaltet lassen möchtest, um dich ganz auf den Moment zu konzentrieren, so zeichne vorher mit deinen Kindern eine Schatzkarte und schreibe dir die Hinweise ab.
Seid für einen Nachmittag Piraten oder Räuber, die den lang verschollenen Schatz der Cacher aufspüren wollt. Viele Geocaches enthalten eine kleine Figur, die man sich nehmen darf, wenn man den Cache gefunden hat. Vorausgesetzt, du legst eine neue Figur für die nächste erfolgreiche Person hinein.
Für welche Altersgruppe eignet sich das Mikroabenteuer?
Da es beim Geocaching unterschiedliche Schwierigkeitsgrade gibt, ist für jedes Alter etwas dabei. Manche Caches sind rein digital und bestehen darin, dass man mehrere Rätsel lösen muss, um zum Ziel zu gelangen. Bei solchen Caches solltest du selbst eine Belohnung im Gepäck haben, damit deine Kinder am Ende nicht enttäuscht von ihrem Abenteuer sind. Andere Caches erfordern es, auf einen Baum zu klettern oder bestimmte Ausrüstung mitzuführen. Das erkennst du in der jeweiligen App an den Anforderungen. Du kannst also selbst bestimmen, wie aufregend dieses Mikroabenteuer für dich und deine Kinder wird.
Nachtwanderung bei Vollmond oder mit Taschenlampe
Dieses Mikroabenteuer bietet sich vor allem in den kälteren Jahreszeiten an. Am besten eignet sich hierfür der Dezember. Dann kannst du auch mit den Kleinsten schon um 18 Uhr eine gute Stunde durch die Finsternis wandern und bist pünktlich zum Sandmännchen wieder zu Hause.
Besonders abenteuerlich wird diese Wanderung, wenn ihr nicht mitten durch die Stadt spaziert, da es hier oft noch viel zu hell und belebt ist. Ein Stadtpark ist in der Dunkelheit allerdings auch nicht die beste Wahl. Wenn es in deiner Gegend eine Schrebergarten-Anlage gibt, können deine Kinder und du hier mit euren Taschenlampen eine Runde drehen.
Falls du eher ländlich wohnst, ist es oft außerhalb der Ortsgrenze schon zappenduster. Vielleicht begegnet euch hier auch das ein oder andere Reh oder ein Fuchs, also erschreckt euch nicht! Tapfere Abenteurer respektieren die Natur und ihre Bewohner und sagen freundlich „Hallo!“
Für welche Altersgruppe eignet sich das Mikroabenteuer?
Grundsätzlich eignet sich dieses Mikroabenteuer meiner Meinung nach für jede Altersgruppe. Im Dunkeln werden all deine Sinne geschärft und hinter jedem Rascheln vermutet man etwas Großes. Älteren Kindern könnte man während der Nachtwanderung eine Gruselgeschichte erzählen, um es für sie noch aufregender zu machen.
Räuberausflug oder Mundraub-Tour

In ganz Deutschland gibt es essbare Pflanzen und Früchte, die du legal in der Natur sammeln darfst. Warum gehst du nicht mal auf einen Raubzug mit deinen Kindern, bei dem ihr auch noch etwas lernt?
Auf der Website https://mundraub.org/ findest du die verfügbaren Pflanzenarten und ihre Standorte. Das kann euch bei eurem Abenteuer als Schatzkarte dienen. Ganz nebenbei lernen deine Kinder auch noch, wann welche Früchte reif genug und essbar sind.
Beachte hierbei bitte auch unbedingt die Regeln, die auch auf der Website von mundraub aufgeführt sind.
Für welche Altersgruppe eignet sich das Mikroabenteuer?
Wenn deine Kinder noch zu jung sind, um das Thema „Mundraub“ zu verstehen, kannst du mit ihnen für dieses Mikroabenteuer auf einen Räuberausflug gehen – denn auch Räuber werden hungrig!
Älteren Kindern solltest du auf jeden Fall erklären, welche Früchte man bedenkenlos essen kann und wann man die Eigentumsrechte anderer achten muss. Sie können hierbei auch dafür verantwortlich sein, die entsprechende Pflanze ausfindig zu machen, sodass daraus wieder eine Schnitzeljagd wird.
Bonus Mikroabenteuer
Wenn draußen ein Gewitter tobt, dann bleiben auch die größten Abenteurer lieber im Trockenen. Damit du trotzdem ein Mikroabenteuer mit ihnen erleben kannst, habe ich noch einen kleinen Bonus-Tipp für dich:
Camping im Wohnzimmer.
Stellt ein kleines Zelt auf oder baut euch eine Unterkunft aus Decken, Kissen, Stühlen und allem, was ihr finden könnt. Holt alle Pflanzen ins Wohnzimmer und platziert sie um euer Zelt. Lasst ein Video eines Kamin- oder Lagerfeuers in Dauerschleife auf dem Fernseher laufen. Nutzt nur noch Stirn- oder Taschenlampen, wenn es dunkel ist und „grillt“ Marschmallows über eurem digitalen Lagerfeuer. Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Das Wichtigste zum Schluss
Noch ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Respektiere bei all deinen Abenteuern immer die Natur und verlasse sie so, wie du sie vorgefunden hast.
Also los! Schnür‘ die Schuhe und los geht’s: Ab nach draußen.

