Tageswanderung im Schwarzwald: Rundtour durch das Sulzkar

Dies war meine erste Rundtour im Schwarzwald und ich kann dir sagen: Es war definitiv nicht die letzte. Der Schwarzwald ist für seine atemberaubende Natur bekannt und die Rundtour durch das Sulzkar hat keine Versprechen offen gelassen.

Ein Wald, durch den das Sonnenlicht schimmert.

Falls du auch eine Rundtour im Schwarzwald oder einem anderen Naturpark im Auge hast, hilft dir dieser Beitrag dabei, dich darauf vorzubereiten und die richtige Route für dich auszuwählen. Mein Ziel ist es, dich dazu zu motivieren, Zeit in der Natur zu verbringen. Falls du schon ein*e erfahrene*r Outdoor-Enthusiast*in bist, kannst du die ersten Kapitel einfach überspringen und direkt bei meinem Erfahrungsbericht starten.

Tourenauswahl und -planung

Als klar war, dass ich eine Tour im Schwarzwald machen möchte, habe ich mich online auf die Suche nach der passenden Wanderung gemacht. Die Website mein-schwarzwald.de ist eine großartige erste Anlaufstelle für diese Region. Du hast dort die Möglichkeit, im ersten Schritt deine Aktivität (Wandern, Trailrunning, Mountainbiking etc.) zu wählen, sodass dir nur die passenden Optionen angezeigt werden.

Es ist oft der Fall, dass der örtliche Tourismusverband solche Webseiten anbietet. Für die Tourenauswahl sind diese Seiten sehr praktisch, da sie oft aktuellere Informationen zu örtlichen Begebenheiten aufweisen, als beispielsweise Komoot. Zum Beispiel wird dir hier angezeigt, ob eine Route überhaupt geöffnet ist oder eventuell aufgrund der Jahreszeit oder etwa wegen einer Überschwemmung gesperrt ist. Du kannst auf der Website von mein-schwarzwald auch danach filtern, ob es Einkehrmöglichkeiten auf dem Weg gibt oder die Strecke familientauglich ist.

Im nächsten Schritt kannst du die maximale Länge deiner Wanderung bestimmen. Übernimm dich nicht und ziehe unbedingt die Höhenmeter mit in Betracht. Diese haben eine große Auswirkung auf die Dauer deiner Tour. Die Zeitangaben neben den Wandertouren gelten für Wandernde mit durchschnittlicher Kondition und sind reine Gehzeit. Das heißt, die kurzen Pausen, um ein Foto zu schießen oder mal durchzuatmen, werden hier nicht mitgerechnet. Wenn du also gerade erst anfängst, plane lieber mehr Zeit ein.

In Deutschland sind Wandertouren zwar oft sehr gut ausgeschildert, aber manchmal gelten die Beschilderungen nicht für dieselbe Route, die du dir ausgesucht hast. Ich navigiere daher immer zusätzlich mit Komoot. Als ich die Rundtour durch das Sulzkar ausgewählt hatte, habe ich sie mir zusätzlich bei Komoot unter meinen geplanten Wanderungen abgespeichert (Link zur Tour bei Komoot). Du kannst dazu auch andere Anbieter, wie zum Beispiel Outdooractive oder AllTrails nutzen. Auf GoogleMaps kannst du dich bei einer Wanderung allerdings nicht verlassen. Dort gibt es oft keine Daten über Wanderwege, sodass du nur einen gestrichelten Bogen auf der Karte sehen wirst, der dich auf magische Art und Weise zu deinem Ziel führen soll.

Wenn du dir deine passende Route ausgesucht hast, musst du noch schauen, wie du an den Startpunkt gelangst. Fährst du mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (oft sind Wandertouren sehr gut damit zu erreichen) oder dem Auto? Ist die Tour vielleicht sogar mit dem Fahrrad oder zu Fuß für dich erreichbar? Hierbei solltest du bedenken, dass du am Ende auch noch genug Energie für den Nachhauseweg hast. Vom Verkehrsmittel hängt auch deine Zeitplanung ab. Wenn die Wanderung sehr abgelegen ist, wird wahrscheinlich nur einmal pro Stunde ein Bus verfügbar sein. Mit dem Auto bist du flexibler.

Eindrücke der Roundtour durch das Sulzkar im Schwarzwald.

Fassen wir noch einmal alles Nötige für die Tourenauswahl und -planung zusammen. Diese Dinge musst du dabei beachten:

  • In welcher Region liegt meine Route (Flachland, Mittelgebirge, alpin)?
  • Ist die Route aktuell begehbar und geöffnet (Jahreszeit, Wetter, Überschwemmungen)?
  • Gibt es Einkehrmöglichkeiten?
  • Welche Distanz und Höhenmeter kann ich mit meiner aktuellen Kondition überwinden?
  • Welches Tool nutzt du zur Navigation vor Ort?
  • Wie gelangst du an den Startpunkt und wieder zurück nach Hause?

Ausrüstung für eine Tagestour

Eindrücke der Roundtour durch das Sulzkar im Schwarzwald.

Im Winter gilt für die Wanderkleidung ganz klar das Zwiebelprinzip. Es gilt, mehrere Schichten passend zu den Temperaturen anzuziehen. Zum Start der Wanderung trug ich jeweils zwei Lagen am Ober- und Unterkörper sowie eine dünne Mütze. Meine ultraleichte Daunenjacke von Rab, meine Handschuhe und der Fleece-Schlauchschal blieben anfangs im Rucksack. Die Tour begann mit einem Anstieg, also würde ich nicht lange frieren müssen.

Wenn du bei einer Wintertour zu Beginn zu warm angezogen bist, kann dein Körper die Temperatur nicht so gut regulieren. Du wirst schnell ins Schwitzen kommen, was dich dann extrem schnell auskühlt. Die Schicht, die an deinem Körper anliegt, sollte also aus einem Material bestehen, das die Feuchtigkeit vom Körper wegträgt, wie Funktionskleidung oder Merinowolle. Nutze auf keinen Fall Baumwolle als unterste Schicht, da diese nicht schnell trocknet. Das kann im Winter sehr schnell zu einer Unterkühlung führen.

Die Auswahl deiner Schuhe hängt davon ab, mit welchem Gelände und welcher Witterung du es zu tun hast. Ich habe meine Leichtwanderschuhe mit hohem Schaft von Lowa gewählt, da vor Ort mit Schnee zu rechnen war. Schwere Bergwanderschuhe brauchst du – meiner Meinung nach – für kaum eine Tour. Wenn du tatsächlich auf Bergsteig-Routen unterwegs bist, wirst du eher auf Vorstiegschuhe zurückgreifen.

Ein paar Wanderstöcke hatte ich ebenfalls im Rucksack. Ich wollte sie dieses Mal nicht benutzen, aber für den Fall, dass es sehr glatte Passagen geben sollte, hatte ich sie trotzdem dabei. Ansonsten befanden sich in meinem Rucksack 1 Liter Wasser, ein Apfel und ein Brötchen, und das kleine Erste-Hilfe-Set inklusive Rettungsdecke. Du kannst nie wissen, ob du selbst oder jemand anderes auf dem Trail Hilfe benötigt, daher ist dieses zusätzliche Gewicht unverzichtbar.

Rundtour durch das Sulzkar

Die Rundtour durch das Sulzkar ist sowohl mit dem Bus als auch mit dem Auto sehr gut zu erreichen. Die Bushaltestelle ist keine 5 Minuten zu Fuß vom Start der Runde entfernt und es gibt einen kleinen Wanderparkplatz, der in einer Sackgasse liegt. Im Sommer ist der vermutlich beizeiten voll belegt, doch jetzt im Januar befand sich dort nur ein anderes Auto.

Die Wanderung startet mit einem Anstieg von über 300 Höhenmetern und zu dieser Jahreszeit auch mit Eis. Die ersten paar Meter glichen mehr einer Rutschpartie, als einer Wanderung, aber das gab sich schnell. Die Sonne ließ sich sehr oft blicken und schob den Nebel beiseite. Zu Beginn und später folgt man hier den gelben Wegmarkierungen, die sehr gut zu sehen sind.

Den Abzweig in das Sulzkar hinauf hätte ich fast verpasst. Einerseits gab es hier keine Wegmarkierung, andererseits hat mich mein GPS etwas in die Irre geführt. Am Abzweig steht ein recht großes Schild, das die Bedeutung des Sulzkars erläutert, aber auf meiner Komoot-Karte lag der nächste Abzweig weiter oben. Manchmal muss man eben doch den eigenen Kopf einschalten, anstatt sich nur auf die Technik zu verlassen.

Eindrücke der Roundtour durch das Sulzkar im Schwarzwald.

Dieser Teil der Wanderung hat mir am meisten Spaß gemacht. Es ging hier im Zickzack zwischen bemoosten Felsen und Bäumen steil bergan auf ein Plateau. Die Sonne blitzte zwischen den Bäumen hervor und ließ den Wald in einem satten Grün erstrahlen. Wirklich wunderschön. Vor lauter Aufregung habe ich fast den Pfad unter dem vielen Laub aus den Augen verloren, aber auch das ging nochmal gut.

Oben auf dem Plateau angekommen, zweigt der Weg zwei Mal nach rechts und dann wieder nach links ab. Hier wartete der erste Schnee auf mich, wenn auch noch sehr wenig. Je näher ich dem Scheitelpunkt der Wanderung kam, desto mehr Schnee lag auf dem Waldweg. An der Kreuzung Buchweg – Nördlicher Schneisenweg war es für mich nicht so einfach zu bestimmen, welchen Abzweig ich nehmen muss. In der Standardansicht der Navigationsapp war der Weg, der nach links abging, nicht eingezeichnet. In der Satellitenansicht schon. Wenn du dir also unsicher bist – und genügend Netz vorhanden ist – schau dir auch die anderen Kartenansichten an und halte Ausschau nach den Wanderwegweisern.

Nach ein paar Kilometern durch vereisten Schnee und der ständigen Frage im Kopf, ob es tatsächlich nur Hundespuren und vielleicht nicht doch die eines Wolfes sind, ging ein scharfer Schlenker nach rechts bei der Schäferweghütte ab. Der folgende Teil war durch Traktorspuren, die bereits wieder gefroren waren, nicht so leicht begehbar, wie er es wahrscheinlich im Sommer ist. Belohnt wurde ich mit der Ankunft an der Grünhütte.

Die war, wider Erwarten, sehr gut besucht. Auf dem Wanderweg war mir nur eine einzige Frau entgegengekommen, daher war ich äußerst überrascht, auf einmal vor so vielen Menschen zu stehen. Die Grünhütte ist aus mehreren Richtungen einwandfrei erreichbar und offenbar äußerst beliebt. Das hat auch gute Gründe. Der Service ist mega schnell und einfach super nett. Du bestellst dein Essen und hast es wenige Sekunden (!) später schon in der Hand. Vor dieser Organisation der Küche muss ich wirklich den Hut ziehen. Und lecker war es außerdem. Eine echte Empfehlung. Die Sanitäranlagen sind ebenfalls für größere Gruppen ausgelegt, sodass ich nicht einmal anstehen musste. Alles war picobello sauber, nur etwas kalt, aber es ist schließlich eine Hütte und kein 5-Sterne-Restaurant.

Eindrücke der Roundtour durch das Sulzkar im Schwarzwald.

Nach der wohlverdienten Stärkung ging es auf den Rückweg. Nun verlief der Weg durchgängig bergab, neben dem Rollwasserbach entlang, der fröhlich vor sich hinplätscherte. Er führt bräunliches Moorwasser, das durch die zersetzten Pflanzenteile darin eingefärbt wird. Der Pfad war immer noch voller Schnee und Eis, was viel Aufmerksamkeit erforderte. Alles in allem war dieser Teil aber auch sehr leicht begehbar und belohnte mit malerischer Landschaft.

Ich konnte einige Spuren von recht großen Wildschweinen im Schnee entdecken. In der Dämmerung sollte man hier also aufpassen, wen man so begegnet. Kurz vor Ende der Wandertour ragte auf der linken Seite ein wunderschönes Haus auf dem Hang empor. Es steht mitten im Wald, hat eine bombastische Aussicht und ist von einer großen Wiese umringt. Wie genau die Bewohner dort durch den Schnee in die Stadt kommen, ist mir ein Rätsel, aber dafür versteckte sich bestimmt irgendwo ein Traktor. Durch das flotte Tempo bergab war ich ganze 30 Minuten früher als geplant wieder am Auto und konnte auf dem Heimweg den tiefstehenden Fast-Vollmond bewundern.

Mein Fazit zur Rundtour durch das Sulzkar

Auch wenn man sich recht früh am Anfang im Zickzack den Berg hochschieben muss, ist diese 13,2 km lange Rundtour auf jeden Fall auch etwas für Anfänger*innen. Nimm dir einfach etwas mehr Zeit, als deine Wander-App dir empfiehlt, und genieße den Ausflug in den Schwarzwald. Die Wanderung besteht zum Großteil aus breiten, ebenen Waldwegen, die leicht zu begehen sind. Und der steile Anstieg lässt sich auch mit etwas mehr Wegstrecke auf eben diesen Waldwegen umgehen. Folge dafür einfach weiter den gelben Wegmarkierungen.

Durch die Einkehrmöglichkeit in der Grünhütte, die fast genau in der Mitte der Tour liegt, lässt sie sich in zwei entspannte Hälften aufteilen. Die 390 Höhenmeter, die man während der Wanderung überwinden muss, sind ein guter Einstieg und du wirst sie am nächsten Tag definitiv in den Waden spüren – versprochen.

Eindrücke der Roundtour durch das Sulzkar im Schwarzwald.

Das Wichtigste zum Schluss

Noch ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Respektiere bei all deinen Abenteuern immer die Natur und verlasse sie so, wie du sie vorgefunden hast.

Also los! Schnür’ die Schuhe und los geht’s: Ab nach draußen.


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