Tag 22 — Abendliche Schneeüberraschung
Am Sonntagabend fing es plötzlich an zu schneien. Und es hörte einfach nicht mehr auf. Der Schnee fiel und fiel und fiel. Seitdem ich hier wohne, habe ich solch ein Wetter noch nicht erlebt. Stürme ja, große Hitze auch, aber noch nie war so viel Schnee gefallen, dass man richtig durchstapfen konnte.
Also gab es nur eine Möglichkeit: Ab nach draußen! Da der Schnee das spärliche Licht gut reflektierte, wirkte es wie eine andauernde Dämmerung und ich hatte auch ohne Lampe gute Sicht.
Die kleinen weißen Türmchen auf den Bäumen und Hecken ließen unser Dorf wie eine kleine Wolkenstadt aussehen.






Tag 23 – 25 cm sind nicht genug

In der Nacht war noch eine Menge Neuschnee gefallen, teilweise bis zu 25 cm. Da dachte ich mir, ich lass mich mal ganz entspannt im Garten fallen – ein Fehler.
25 cm Schnee sind offenbar nicht genug, um für eine weiche Landung zu sorgen. Immerhin ist ein witziges Video dabei herausgekommen. Du kannst es dir auf meinem Instagram-Account @outdoor_writer anschauen.
Tag 24 – Wanderung um die Weibertreu
In Weinsberg, Baden-Württemberg, steht die Burgruine Weibertreu. Sie stammt vermutlich aus dem früheren 11. Jahrhundert. Ihren Namen erhielt sie durch die „Treu-Weiber-Begebenheit“, als nach der Kapitulation der belagerten Burg die Frauen ihre Männer vor der Hinrichtung retteten, indem sie sie auf dem Rücken den Berg hinuntertrugen (Wikipedia).
Anstelle eines Mannes hatte ich nur meinen Tagesrucksack auf dem Rücken. Durch den vereisten Schnee war diese kurze Wanderung aber ähnlich herausfordernd.
Belohnt wurde ich mit einigen Perlen. Welche das waren, siehst du in meinem Reel auf Instagram.

Tag 25 – Wasser marsch!

Für diesen Tag habe ich mir vorgenommen, auf das Wasser auf meinen Wegen zu achten. Ob kleiner Bach, eine halb zugefrorene Pfütze oder die Perlen auf dem Klee. Diese nasse Schnitzeljagd zauberte mir immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht. Wasser hat einfach etwas Beruhigendes an sich. Wenn es so vor sich hinplätschert, wie der Regen kleine Kugeln auf den Blättern der Pflanzen bildet und sich dort eine Pause nach dem langen Weg zur Erde gönnt. Einfach toll.
Dabei ist mir aber auch aufgefallen, dass der Bach in meiner Nähe zurzeit sehr wenig Wasser führt. Im Herbst ist er fast über seine Ufer gequollen, doch jetzt ist er fast nur ein Rinnsal. Ich hoffe, mit der Schmelze wird er wieder etwas voller. Dann kann ich mich im Frühsommer auch wieder auf die Libellen freuen.
Tag 26 — Wolkenlauf
Ich wohne in einem Tal, umgeben von Weinbergen. Das ist einerseits wunderschön, führt andererseits aber auch sehr oft dazu, dass wir hier buchstäblich in einer Wolke festsitzen. Der Anblick des Waldes ist an solchen Tagen unschlagbar.
Es war mal wieder soweit und obwohl es nicht direkt regnete, wurde ich bei meinem Lauf klatschnass. Es ist ein bisschen so, als würde man durch eine Sprühnebelwand laufen.

Tag 27 – Steinmännchen

An Tag 27 habe ich mich auf die Suche nach Steinmännchen gemacht und auch ein paar ziemlich große gefunden. Sie befanden sich am Rande eines Wanderweges und bestanden aus recht großen Felsen. Da meinte es jemand sehr ernst mit ihnen.
Wie auf dem Foto zu erkennen, gab es auch ein paar kleinere Männchen daneben, auf denen ich mich auch mit einem eigenen Stein verewigt habe. Für gewöhnlich soll man ja einen Stein von weiter her mitbringen, um ihn einer Steinmännchen-Familie hinzuzufügen, aber das habe ich hier dieses Mal ausgelassen.
Auf meiner Weitwanderung von Schweden nach Norwegen hatte ich einen besonderen Stein im Gepäck, den ich bis zur norwegischen Grenze mitgenommen habe. Ich wusste, dass es dort einen riesigen Steinmann gibt, der auf dem höchsten Punkt thront. Diesem Steinmann habe ich meinen Stein mit ein paar persönlichen Wünschen überlassen.
Tag 28 — In Ruhe sitzen
Eine Sache, die ich in dieser Mikroabenteuer-Challenge auch gelernt habe, ist die, dass auch einfach mal in Ruhe draußen zu sitzen, ein Abenteuer sein kann. Wie in der letzten Woche habe ich mir einen Moment Zeit genommen und habe, ganz ohne Ablenkung, meinen Kaffee draußen im Garten getrunken.
Ich genoss die Kälte, die Wintersonne und die heiße Tasse in meiner Hand. Mein Kopf hatte Zeit, um abzuschalten und zur Ruhe zu kommen. Abenteuer müssen nicht immer laut und actionreich sein. Sie liegen auch in der Stille und dem Frieden in der Natur.

Tag 29 — Anmeldung zum Marathon
Eigentlich bin ich niemand, die spontan Entscheidungen trifft – aber manchmal eben doch. Um meinem zukünftigen Ich ein echtes Abenteuer zu verschaffen, habe ich mich für den diesjährigen Trollinger Marathon angemeldet (hier geht es zur offiziellen Website des Marathons).
Es ist ein Abenteuer für mich, da ich bisher noch nie so eine Distanz gelaufen bin. Ich habe sie mal bei einer Wanderung zurückgelegt, aber eben nicht im Laufschritt. Und dann auch noch in den Weinbergen rund um Heilbronn. Es gilt dabei, ca. 400 Höhenmeter zu überwinden. Zu meinem Glück laufe ich seit etwa zwei Jahren nun durch die hiesigen Weinberge, sodass das kein so großes Problem darstellen wird.
Mein Ziel ist es, anzukommen und die Distanz zu schaffen. Klar, ich werde zwischendurch gehen müssen – vor allem bergauf – aber solange ich laufen kann, will ich auch laufen. Deswegen starte ich nun einen Trainingsplan, der mich auf diesen Marathon vorbereitet. Ich werde meinen Trainingsfortschritt (und die Rückschläge) auf meinem Instagram-Account mit dir und der Welt teilen. Folge mir gerne unter @outdoor_writer. Eins ist dabei natürlich klar: Gelaufen wird ausschließlich draußen.
Tag 30 — Wandern im Schwarzwald

Als gebührenden Abschluss für meine 30 Tage Mikroabenteuer-Challenge habe ich eine Wanderung im Schwarzwald gemacht. Da ich immer noch mit relativ viel Schnee vor Ort rechnen musste, habe ich mich für eine knapp 14 km lange Tour mit Einkehrmöglichkeit entschieden. Wie die Tour verlaufen ist und ob ich diese spezielle Wanderung empfehlen kann, erfährst du in meinem Beitrag „Tageswanderung im Schwarzwald: Rundtour durch das Sulzkar“.
Und schon sind 30 Tage vorbei. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ich so viele kleine Abenteuer erlebe. Wahrscheinlich liegt es aber auch daran, dass ich bewusst darauf geachtet habe. Oft ist mein Kopf voller Gedanken und meine Aufmerksamkeit ist nach innen gerichtet. Bei meinen Mikroabenteuern habe ich auf meine Umgebung geachtet und geschaut, was die Natur mir heute zeigen möchte. Ich habe nach Wildtierspuren im Schnee gesucht, auf den Wasserstand geachtet, einen Schneesturm genossen, mir einfach Zeit für die Natur und mich genommen.
Das Fazit meiner Mikroabenteuer-Challenge: Es ist gar nicht nötig, wirklich jeden Tag ein Mikroabenteuer zu suchen, denn das Abenteuer findet mich. Es beginnt, wenn ich einen Fuß vor die Tür setze. Alles, was ich tun muss, ist es, tatsächlich rauszugehen. Schon 20 Minuten reichen, um meinen Alltag hinter mir zu lassen und die Welt mit ganz anderen Augen zu sehen.
„Outdoor“ bedeutet für mich tatsächlich die wortwörtliche Bedeutung des Wortes: Draußen. Und Draußen bedeutet Freiheit. Es ist nicht nötig, für deine Mikroabenteuer eine voll ausgestattete Ausrüstung im Schrank zu haben – für längere Abenteuer ist es das durchaus. Auf diese freue ich mich als Nächstes. Mal wieder in einem Zelt aufwachen und den ersten Kaffee auf dem Gaskocher brühen, pro Tag mindestens 20 km zu Fuß zurücklegen oder einen Halbmarathon beim Trailrun absolvieren. Ich kann’s kaum erwarten.
Das Wichtigste zum Schluss
Noch ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Respektiere bei all deinen Abenteuern immer die Natur und verlasse sie so, wie du sie vorgefunden hast.
Also los! Schnür‘ die Schuhe und los geht’s: Ab nach draußen.

